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Kunst ist für mich Arbeit.
Mag sein, dass meine Arbeit Kunst ist.
Es ist mein Bedürfnis und mein Leben.

Peter Weihs


Kunst und Arbeit - Erlebnis und Abenteuer

Meine Objekte haben das Feuer erlebt und überstanden, haben Dehnfugen und Kratzer, Schwünde, Tapper, Tuscher, Quetscher – unabsichtlich angebracht oder hinzugefügt – für eine letztlich nicht perfekte Oberfläche.

Meine Objekte haben eine zweite, dritte Haut, dreimal eingebrannt (Ton, Glasur, Farbe) mit einem Leben, einem Werden hinter sich, sind also „gezeichnet“. So zeigt sich jedes meiner Objekte auch in der Spontaneität der Entstehung, fast wieder menschlich – denn keines gleicht dem anderen.

Es gibt keine gesuchten Zufälle und diese wie beiläufig auftretenden Verletzungen und verheilten Narben, die Krater, die verbliebenen Orientierungsschnitte, Pinselstriche, Luftblasen, Unebenheiten, entstanden aus verschieden stark aufgetragenen Glasuren sind kein wolkenloser Himmel.

Ein Objekt aus Ton, mit Farben bekleidet, angezogen, aber nicht uniformiert, nicht eingezwängt in einem festsitzenden Glasurhemnd, sondern gleichsam in einem Sommerkleid, locker sitzend, farbig, duftig, zeitlos, nicht zerknittert oder sündteuer, nicht künstlich verwaschen, kein falscher Pelz, kein Schaf im Wolfsfell, keine Leute machende Kleidung, oder doch…?

Es sind Bilder, dreidimensional gelöst und realisiert im Material Ton, Keramik, die sich nach dem Gerüst einer Zeichnung aufbauen. Die dem Betrachter dargelegte kreative, plastische Erfindung. Ein kleines oder große Abenteuer und Erlebnis. Für Erfinder und Beschauer.

Zwei Jahrzehnte eines Lebens in Schwarzafrika bleiben nicht ohne Auswirkung auf meine Arbeit als Künstler. Afrika wurde wirksam vom ersten Kontakt mit dem schwarzen Kontinent. Das Ein- und Ausatmen von neuen Erlebnissen und Erfahrungen –klimatisch, visuell, körperlich-, diese überaus plastische und rhythmische Welt, die mächtige und Respekt einflößende Natur waren die äußeren Eindrücke. Das sich Mitfreuen an der Unbefangenheit dieser nichtakademischen Künstler, der gewonnene Denkraum abseits einer mit eiserner Lunge erhaltener Kunst und Künstlichkeit, die Arbeit der afrikanischen Maler, Schnitzer und Bildhauer mit einer Aussage für viele, Kunst als Handwerk, Beruf, als Ware und das Wiederentdecken einer von unserer Zivilisationsgesellschaft schon verdrängten oder gar verachteten Gefühlswelt von Stilen und Ausdrucksmöglichkeiten, - das war die innere Bereicherung und Ermutigung für mich.

So sehe ich auch meine Arbeit nicht als eine konstante, gefundene und beizubehaltende Ausdrucksweise, sondern als einen sich immer wieder veränderbaren, beweglichen und beziehungsfähigen Arbeitsvorgang.